Sattelwissen

Wir möchten Ihnen auf unserer Seite mit Beiträgen, Angeboten und Neuheiten,
"Rund um das Thema Sattel" einen informativen Überblick geben.

Ein gut passender Sattel muss ruhig auf den Pferderücken liegen, das Reitergewicht optimal und gleichmässig über die gesamte, möglichst grosse Auflagefläche verteilen, darf nicht die Wirbelsäule berühren oder die Schulter einklemmen.

Leider gibt es die Mär Westernsättel nicht anpassen zu können, doch dies ist nicht richtig. Man kann einiges direkt am Sattel und ohne zusätzliche Pads korrigieren wie z.B. zu viel oder zu wenig Schwung ( Rock ), falscher Schwerpunkt, zu viel oder zu wenig Drehung in der Längsachse ( Twist ), Schulter- und Hüftfreiheit ( Flare ). Nur wenn diese Komponenten perfekt zur Rückenform Ihres Pferdes passen, haben Sie einen perfekt passenden Sattel.

Wie läuft eine Sattelanpassung ab?
Vermessung des Pferderückens

1. letzten Rippenbogen 
abtasten und bis zu den Dornfortsätzen verfolgen, diesen Bereich markieren

2. Schulterblattspitz
abtasten und markieren

3. Vorhand des Pferdes 
anheben und nach vorne und hinten bewegen. Dabei den Oberarmstrecker abtasten und markieren.

4.Die beiden Längenmasse 
(also sowohl von der Schulterblattspitze als auch vom Oberarmstrecker) bis zum 18. Brustwirbel ermitteln und notieren.

5. eine Gerade 
(z.B. kurze Wasserwaage) auf den Rücken legen und den Senkwert feststellen.

6. danach den Rücken aufwölben 
durch Stimulation der Bauchnaht und erneut den Senkwert messen (Dorsiflexionswert)

7. Die gerade Rückenlinie 
seitlich mit einem Klebeband oder ähnlich durchziehen bis über das Schulterblatt hinweg, dann von dort aus den höchsten Punkt des Widerristes ( von Markierung 2 bis 3) oberhalb der Schulterblattspitze messen.Mit diesen Massen können wir dann schon im Vorfeld erkennen, welcher Satteltyp für Ihr Pferd in Frage kommen könnte.

Bei diesem Beispiel war der Baum im Schulterbereich ca. 5-6 cm zu breit. Dies hatte zur Folge, dass der Sattel nicht mehr im Schwerpunkt lag. Beim angurten ist der Sattel nach vorne gekippt und hat auf dem Widerrist gedrückt. Im hinteren Bereich ist er vom Pferd abgestanden. In diesem Fall wurde unter der Fork rechts und links 2,5-3 cm starke Filzkeile angebracht, die so ausgeschärft sind, dass der Sattelbaum wieder korrekt zur Rückenform passt.

Pferde können nicht verbal klagen. Sie können nur durch ihr Verhalten auf ihr  Problem aufmerksam machen.


Wenn ein Sattel auf der Grundlage einer vorherigen "Rückenvermessung" gebaut wird, passt er perfekt ??? Es gibt viele (gute) Möglichkeiten mit Messgeräten u. ähnlichen Hilfsmitteln, die Passform eines Sattels zu bestimmen. Wenn nun aber dem Endverbraucher suggeriert wird, dass dies ausreicht, um für sein Pferd nun endlich den perfekt passenden Sattel zu bekommen, dann fehlt es diesem Sattelverkäufer schlichtweg an Erfahrung.
Egal welches Hilfsmittel ein Sattelverkäufer benützt, es ist und bleibt immer nur ein "Hilfs"-Mittel. Um einen Sattel qualifiziert anpassen zu können, muss ein Sattelanpasser über langjährige Erfahrung und eine grosse Menge an Erfahrungen verfügen. Eine Beurteilung über die vermutliche gute Funktion eines Sattels muss immer den Bewegungsablauf des Pferdes unter dem Reiter in den 3 Grundgangarten, das Reitergewicht, die Reitergrösse, die Reiterqualität und eventuelle Gebrechen des Reiters berücksichtigen. Tip hierzu: Fragen Sie Ihren potentiellen Sattelverkäufer auf jeden Fall wie lange er diesen Beruf schon ausübt und wie und wo er sein Handwerk gelernt hat. Ebenso interessant ist die Frage, wieviel Erfahrung (Stückzahl verkaufte Sättel) er mit den Sätteln die er anbietet hat, jeder Sattel verändert sich mit der Zeit anders, weshalb ein Sattelverkäufer die voraussichtliche Anformung eines jeden Sattelmodelles aufgrund seiner mehrmonatigen Erfahrung mit ausreichend vielen Sätteln kennen sollte. Jedes neu an den Markt kommende Sattelmodell zwingt den Sattelverkäufer zu Spekulationen, weshalb die meisten erfahrenen Sattelverkäufer am liebsten bei ihren bewährten Modellen bleiben, deren Funktion und eventuelle Veränderungen sie aufgrund mehrjähriger Erfahrung ganz genau kennen. Unsere sind Spirig sowie Massimo


Unpassende Pferd-Reiter-Kombinationen

  • Leider immer wieder totgeschwiegen und schön geredet: Manchmal passen Pferd und Reiter einfach nicht zusammen.

    Ein Rubenspopo findet auf einem kurzen Pferderücken manchmal einfach keinen Platz. Kein Sattel der Welt kann dieses Problem dann lösen. Schatzi muss deswegen ja nicht gleich verkauft werden, aber vielleicht einen anderen Reiter bekommen

    ein langer Reiter mit einem schlacksigen Pferd passt oft wg. des langen Oberkörperhebels nicht. Schwankt das Pferd und hat einfach Probleme mit der Balance? Dann könnte das ein Signal sein, sich einen kürzeren Reiter für dieses Pferd zu suchen und für sich selbst das passende Pferd, dass diesem Hebel etwas entgegen zu setzen hat.

  • Reiter über 50 Kg sollten keine baumlosen Sättel verwenden, da diese den Krafteinwirkungen spätestens im Galopp nicht mehr standhalten und der Reiter bis auf die Wirbelsäule durchsitzt.

  • Gewichtsträgerpferde sind nicht zwangsläufig für jedes Gewicht gut! Es gibt einfach Grenzen. Nicht jeder Haffi kann schleppen, und nur weil sie zäh sind, heisst das nicht, dass sie wirklich grundsätzlich nicht unter dem Gewicht eines 90 kg 1,90 Reiters leiden.


Pferdesattel: der richtige Sattel für ihr Pferd

Falsche Sattellage durch falsches auflegen des Sattels.
ALLE Sättel werden hinter der Schulter gesattelt!!!

Es reicht auch leider nicht aus, den Sattel nur nach der passenden Ortweite auszusuchen. Einen passenden Sattel machen noch sehr viel mehr Faktoren aus. Hat man sich für eine Sattelvariante ent-schieden, passend zu den Anforderungen, die man selber an den Reitsport stellt, und dann einen Proberitt zu machen. Bei dem Proberitt ist auch darauf zu achten, ob das Pferd sich wohlfühlt und locker und ungezwungen bewegen kann und auch der Reiter muss selbstverständlich bequem und gut sitzen können. der Schwung des Rückens ist innerhalb einer Rasse keinesfalls gleich. Der eine hat einen kurzen geschwungenen Rücken. Der nächste einen langen und geraden. Der übernächste hat einen langen sehr geschwungenen Rücken. Und der übernächste einen kurzen geraden. Hier kann NIEMALS ein Sattel für alle passend sein!

Eine optimale passform

Die Mitte des Sattels (der Sitzbereich) sollte auf dem Pferderücken parallel zum Boden verlaufen Widerristfreiheit: Die Widerristfreiheit sollte min 2 bis 3 Fingerbreiten für einen normalen Widerrist betragen, bei einem flachen Widerrist ist sie grõsser, bei einem hohen Widerrist kleiner.  Die Freiheit muss nicht nur oben, sondern auch links und rechts gegeben sein. Weite des Kissenkanals: Weit genug, dass die Bewegungen der Wirbelsäule und der Muskulatur des Pferderückens nicht beeinträchtigt werden (4 bis 5 Finger). oder sogar je nach Pferderasse in cm ca 7 -10cm. Kontakt des Sattelkissens:



Das Sattelkissen sollte von vorne bis hinten überall gleichmässig auf dem Pferderücken aufliegen; je nach Ausführung des Kissens kann der hintere Teil des Kissens nach oben auslaufen, damit der Rücken sich bei Belastungen aufwölben kann. Gurtstrippen: Die Strippen sollen senkrecht zum Boden hängen, damit der Gurt nicht abgewinkelt wird (also richtig positioniert ist der Gurt sucht sich immer seine Position am schmalsten Punkt hinter dem Ellbogen.

Schulterwinkel: Die  Kissenspitze (das am Sattelblatt entlang verlaufende vertikale Kissen) sollten parallel zum Schulterwinkel liegen, um den Sattel korrekt zu platzieren. Ausrichtung: Von hinten betrachtet darf der Sattel nicht nach einer Seite geneigt sein. Die Ortspitzen sollten hinter beiden Schulterblättern liegen. 2 bis 3 Finger hinter der Schulterblatt.
Sattellänge: Schulter - und Lendenbereich sollten keinerlei Gewicht tragen. Das Gewicht der Reiters soll ausschliesslich über die Sattellage verteilt werden.

Sattelcheck zum selber durchführen für Englische Sättel

Punkt 1: Ist die Polsterung gleichmässig? Ist das Polster weich? Das Polster sollte nicht zu hart sein und keine Unebenheiten haben.

Punkt 2: Hat der Widerrist genügend Platz? Mindestens 3 Finger sollten zwischen Sattel und Widerrist Platz haben. Verläuft das Kopfeisen parallel zur Schulter?

Punkt 3: Ist der Wirbelkanal breit genug? Die Kissen sollten die Wirbelsäule nicht berühren. Früher wurden die Sättel oft mit viel zu schmalem Wirbelkanal gebaut. Passt der Kissenwinkel zum Pferderücken?

Punkt 4: Fragen und Anregungen sind jederzeit willkommen. Kontaktieren Sie uns per E-Mail oder über das Kontaktformular.

Sattel Team 2007